Um 10.30 Uhr fand die Auslosung der Startreihenfolge statt. Wir zogen die Startnummer 8 und spielten deshalb um 15 Uhr, als letze Band vor der Pause. Es gelang uns ein guter, aber nicht ganz fehlerfreier Durchgang. Nach unserem Auftritt hatten wir Gelegenheit, die Vorträge einiger unserer Konkurrenten zu verfolgen. Die einen boten solide und sehr saubere Interpretationen, anderen fehlte der Glanz und das Volumen.
Um 19.15 Uhr fanden sich alle in der Miles Davis Hall zur Rangverkündigung ein. An dieser leicht tumultösen Zeremonie blieben wir - nicht ganz unerwartet - unerwähnt, was bedeutete, dass wir nicht unter den 6 erstplatzierten Bands mit dabei waren. Die ersten drei Plätze gingen an die erstmals teilnehmende Formation «Alp & Brass», an die «Brass Band Harmonie Rickenbach» und an die «Regionale Jugendbrassband Luzern». Wir lagen auf dem zwölften von 18 Rängen. Allzu schlecht war unser Spiel sicher nicht, immerhin landete die letztjährige Siegerband zwei Plätze hinter uns. Ein Trend ist allerdings unverkennbar: Das Niveau ist hoch, die Unterschiede relativ klein und die Zeiten, in denen sich ein reiner «Dorfverein» in der 2. Stärkeklasse behaupten konnte, sind wohl endgültig vorbei. Viele Bands rekrutieren ihre Bläserinnen und Bläser aus dem grossen Ersatzreservoir von Spitzenbands, andere besetzen mindestens die für die Solopartien wichtigen Schlüsselstellen mit (halbprofessionellen) Aushilfen aus oberen Klassen.
Um 20.30 Uhr begann im Auditorium Stravinski das Galakonzert. Im ersten Teil trat das weltbekannte «Slokar Quartett» auf. Alle waren begeistert von dem, was diese vier Posaunisten ohne Noten und ohne Mikrophone zustande brachten. Weil Branimir Slokar dieses Jahr seinen 60. Geburtstag hatte feiern können, liessen sich seine Kollegen etwas Besonderes einfallen: Zu Ehren Branimirs spielte ein eigens zusammengestellter Chor aus 60 Posaunistinnen und Posaunisten drei Stücke. Der zweite Teil des Konzerts bestritt die Brass Band Fribourg zusammen mit dem amerikanischen Bassisten Jon Sass. Nach den Vorträgen Jon's war allen klar, weshalb der schwarze Hüne aus New York «The man with the groove» genannt wird. Das Galakonzert dauerte wegen der vielen Zugaben bis gegen 23 Uhr. So wurde es drei Uhr morgens, bis wir zu Hause todmüde in die Federn sinken konnten.
Trotz des nicht optimalen Ergebnisses hat sich unsere Reise nach Montreux gelohnt. Wir haben an diesem Teststück viel gelernt, verbrachten gemeinsam einen interessanten Tag und sind musikalisch sicher ein gutes Stück vorwärts gekommen. und wie sagt man so schön: Die Vorbereitung auf den nächsten Wettbewerb beginnt am Tag nach dem Wettbewerb!
27.11.2006/ds
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