Mega-Sup'r-Freundschaft lebt(Bericht des Schwarzwälder Boten Text von Karina Eyrich)Posaunenchor Flaach zelebriert Verbundenheit zu Ebinger Kollegen -und ein Fest der Musik Albstadt-Ebingen. Es gibt eine Menge, was sie trennt, und doch viel mehr, was sie gemeinsam haben: ihre Freundschaft zum Beispiel. Die haben der Posaunenchor CVJM Ebingen und die Brass Band Posaunenchor Flaach mit einem Konzert zelebriert.
Zum fünften Mal waren die Schweizer aus Flaach, nahe Winterthur, zu Gast auf der Alb und wurden vor ihrem Auftritt in der Martinskirche von der Frau begrüsst, mit der alles angefangen hat: Rosmarie Schick kommt aus der Schweiz, und freute sich auf Schweizerdeutsch auf einen "Mega-Sup'r-Abend" mit ihren Landsleuten. Weil sie aber nicht nur Schweizerin, sondern auch die Frau von Hermann Christian Schick, Leiter des Posaunenchors des CVJM Ebingen ist, fungierte dieser als Gastgeber. Positiver Nebeneffekt: Von den Flaachern kann man noch was lernen. "Sie haben sehr gute Solisten in jeder Stimme", erklärt Werner Renz, Mitglied des Ebinger Chores. "Und sie können eine unglaubliche Dynamik entwickeln". Wohl wahr: Nur selten dürften die altehrwürdigen Mauern der Martinskirche solche temporeiche Musik erlebt haben. Höhepunkt des Abends: "Cry of the Celts", das ihrem Programm seinen Namen gegeben hat. In dem fünfsätzigen Stück jagen die Musiker unter Leitung von Christian Bachmann die Zuhörer vom "Albtraum" zum "Durchbruch", durch die "Klage" bis hin zum "Sieg", den sie temperamentvoll wie eine irische Tanz-Show präsentieren. Ähnlich fulminant, wenn auch mit zarteren Klängen des Vibraphons, kommt "A Tribute to Lionel" daher. "Was nützt eine Sup'r-Komposition, wenn man keine Sup'r-Solisten hat?", fragt Moderatorin Doris Stucki, rein rhetorisch natürlich. Denn die Flaacher haben beides: Salome Moser - schon der Name ist Musik - lässt mit flinken Händen Tön wie Tautropfen perlen oder wie einen Starkregen hageln. Beim gespielten Vater Unser, "The Lord's Prayer", darf Andreas Meyer zeigen, wie wundervoll eine Sopran-Trompete "beten" kann, und beim "Hat Trick" läuft ein Es-Horn-Trio zur Höchstform auf: Christian Bach, David Fritschi und Ernst Eglauf. Den Fussball-Jargon bringt Doris Stucki mit Absicht ins Gespräch, denn da tauchen wieder Gemeinsamkeiten mit den deutschen Freunden auf: "Wir sind beide nicht Europameister geworden", sagt Doris Stucki. Das müsse wohl daran liegen, dass die Schweizer einfach besser Musik denn Fußball spielen können. Und dabei sind sie noch nicht einmal Profis, die 32 Musiker, sondern einfach nur hervorragende Amateure, die sich alle drei Jahre vom Ehepaar Schick überzeugen lassen, in Ebingen zu spielen - zum fünften Mal nun schon. Ein gemeinsames Ständchen darf da natürlich nicht fehlen, zumal "ein Bläser immer seine Braut dabei hat" Hermann Schick zitierte Landesposaunenwart Hermann Mühleisen, und gemeint war natürlich "sein Instrument". Die Ebinger hatten ihre Bräute dabei und stimmten mit ihren Gästen den Bach-Choral "Nun danket alle Gott an". Zuvor mussten die Noten jedoch umgeschrieben werden, denn eines trennt Flaacher und Ebinger: "Wir spielen klingend", erklärt Schick. "Man hört den Ton, der auf dem Blatt steht". Die Flaacher hingegen spielen nach der so genannten Militärschreibweise, wie die Engländer, fügt Christian Bachmann hinzu. Will heissen: Der Ton klingt tiefer, als er auf dem Blatt steht. Diesen kleinen Unterschied beiseite gelassen, war es ein Fest der Musik, das die Verbundenheit beider Chöre einmal mehr stärkte. Für die Schicks gab's dafür ein Geschenk aus der Schweiz - und für alle Zuhörer eine spanische Zugabe. Weil die Flaacher so gerne temperamentvoll spielen - nicht weil Spanien bei der Europameisterschaft gewonnen hat. |
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