Bitz. Ein einmaliges Klangerlebnis war das Konzert der Brass-Band Posaunenchor Flaach aus der Schweiz in Bitz am vergangenen Samstag. Anlass der Veranstaltung war das 100-jährige Bestehen des Posaunenchors Bitz. Das Brass-Ensemble aus der Schweiz war nicht zum ersten Mal zu Gast im Zollernalbkreis. Im vergangenen Jahr gaben die Flaacher Musik-Virtuosen ein Konzert in Truchtelfingen. Dort wurden auch die Bitzer aufmerksam auf das Blech-Ensemble. «Wir sind wirklich froh zu unserem Jubiläum ein solches Ereignis anbieten zu können», so Alfred Hailfinger. Dirigent des Posaunenchors Bitz. Das Konzert war ein besonderer Leckerbissen für Musikfreunde aller Kategorien: Die Band begeisterte mit vollen Klängen die in der hohen Nikolauskirche besonders gut zur Geltung kamen. Mit der Fanfare «A Great Celebration» eröffnete Dirigent Christian Bachmann das Programm. Es folgten sieben weitere Musikstücke. bevor das Konzert mit dem 20-minütigen «Windows of the World - Fenster der WeIt» seinen Höhepunkt fand. Das Orchester ist seit 2001 in fester Hand von Dirigent Christian Bachmann, der den Chor von der ursprünglich rein kirchlichen Tätigkeit mehr an die Öffentlichkeit führte. Mit mehrmaliger erfolgreicher Teilnahme an Brass-Band-Wettbewerben in der Schweiz und verschiedenen CD-Produktionen hat sich die Band um Bachmann den Ruf als erstklassiges Blechblasensemble erspielt. Dementsprechend gut besucht sind auch die Konzerte des Orchesters. Die Bitzer Nikolauskirche war in allen Rängen komplett besetzt.
Einen würdevollen Höhepunkt zum 100-jährigen Bestehen des Posaunenchors Bitz gab es mit dem Gastkonzert der Schweizer Brass Band Posaunenchor Flaach.
Gleich nach den ersten Noten war klar, was diese selbstbewußte Band auszeichnet: Höchste Dynamik, präziser Ansatz, klarer Ausdruck, forsches Tempo. Das ist nach einigen überragenden Auftritten in Ebingen in der Gegend mehr als bekannt und so reichten denn in der Nikolauskirche Bitz die vorhandenen Sitzplätze gerade so für die Besucherschar aus. Kirchengemeinderätin Heidi Matthes sprach ein. kurzes Grußwort, nachdem die Band unter akustischer Begleitung einer Rhythmusgruppe einmarschiert war. Matthes machte darauf aufmerksam, dass der Gastchor seit 70 Jahren besteht und ebenfalls ein rundes Jubiläum feiert. Peter Weber, Vorsitzender der Brass Band, artikulierte in schönstem Schweizer Dialekt seine Freude über den guten Besuch. Seine Gratulation galt dem Chor Bitz, als er dessen Repräsentanten, Vorsitzenden Peter Heinzelmann, ansprach. Als Gastpräsent hatte er einen Schweizer Käse und Wein aus der Züricher Gegend im Gepäck.
«Windows of the world» habe man das Konzert überschrieben, erläuterte Moderator Daniel Stucki. Fenster öffneten den Blick zur Welt, doch: «Menschen haben keinen Überblick über ihr Leben, Gott hat ihn», schloss er. Den Auftakt machte. eine eher traurige Geschichte um eine unglückliche Liebe. Moll-Töne bestimmten das Stück, das in seinen melancholisch-leisen Passagen ebenso brillant serviert wurde wie in den druckvollen Abschnitten. Und auch in dem folgenden mochte keine Geburtstagslaune. aufkommen: Ein Anti-Kriegs-Stück, das nachdenklich stimmte. Im Kontrast standen ein hochmelodiöses eindringliches Cornet.Solo des jungen Lukas Schwalm und bedrückende Dias. Geradewegs ein Bruch dazu war «Give him the Glory», in dem es nur so swingte, das pure Leben wider spiegelnd. Christlich klang auch «David of the white rock», es entpuppte sich aber als Melodie aus Wales aus dem 19. Jahrhundert. Tiefsinnig wurde es wieder mit einer Filmmusik um die Schlacht in «Gettysburg». Doch «Hoffnung» war hier das Thema, die erwachse, wenn alles zerbreche. Nur sie bräuchten die Menschen wirklich. Überwältigend wurde.diese Botschaft in Musik gefasst. Die Trostlosigkeit, zu Beginn noch mit Flügelhorn und Bass ausgedrückt, wandelte sich ein gleißendes Licht aller Instrumente am Ende des Stückes. Nach jüdischen Tanzthemen wurde «Windows of the world» als eigener Beitrag gefasst, wobei nur einige Fenster geöffnet werden konnten. Durch diese strahlte etwas von Gottes Schöpferkraft hinüber und beinahe jeder Instrumentalist in der Band hatte Gelegenheit, mit einem Solo zu glänzen. Bürgermeister Schiele zeigte sich von der Vorstellung begeistert und überreichte seinem Amtskollegen aus der 1200-Seelengemeinde Flaach, Gemeindepräsident Walter Moser, ein Geschenk.
Home | Inhalt © Brass Band Posaunenchor Flaach - modified 09.09.2006