Am Samstagabend begeisterten die Brass Band Posaunenchor Flaach, das Bläserquartett um Willy Bollinger und Max Heinz an der Orgel mit einem stimmungsvollen Adventskonzert in der reformierten Kirche Andelfingen.

Die Brass Band Posaunenchor Flaach und das Blechbläserquartett spielten In der Kirche Andelfingen.
ANDELFINGEN - Mit wuchtigen, strahlenden Fanfarenklängen empfing die 30-köpfige Brass Band die zahlreich erschienenen Zuhörer. Die Bearbeitung des Chorales «Ein feste Burg ist unser Gott» bot den verschiedenen Registern gleich zu Beginn Gelegenheit, ihr Können unter Beweis zu stellen. Eine andere, lieblichere Facette von Weihnachten prasentierte Es-Horn-Solist Christian Bach mit «An Untold Story»von Paul Lovatt-Cooper, auswendig und gefühlvoll vorgetragen. Nach diesem ersten Block mit zeitgenössischen Brass-Band-Kompositionen durften die Freunde barocker Musik gespannt sein: Das Blechbläserquartett spielte mit erstaunlichem Klangvolumen das «Trumpet Tune» von Giovanni Coperario und den Choral «Jesu meine Freude» von Johann Sebastian Bach.
Tosender Applaus
Neben dem Initianten Willy Bollinger (Posaune) vervollständigten sein Sohn René, Christian Bachmann (beide Cornet) und Monika Meier (Bass-Posaune) das Quartett. Ihren Stücken gab Max Heinz an der Orgel den Boden. Den zweiten Teil rundete Heinz mit dem «Carillon de Westminster» des französischen Komponisten Louis Vierne ab. Dieses Stück basiert auf dem Carillon (Glockenspiel) des Big Ben in London und Heinz zog dabei alle Register der Andelfinger Orgel. Das Publikum bedankte sich mit einem tosenden Beifall.
In der Fortsetzung sorgte dann das Blaserquartett wieder für einen Stilwechsel. In «Gloria» von Antonio Vivaldi und im «Triumph-Marsch» von Georg Friederich Händel mit dem darin enthaltenen Weihnachtschoral «Tochter Zion» verschmolzen die Klänge der Blechbläser in perfekter Harmonie mit jenen der Orgel. Danach beeindruckte Andreas Meyer als Solist mit seinem Soprano Cornet in «Lyrica» mit einem Schlusston in atemberaubender Hohe.
Schliesslich wurde es sogar noch volkstümlich. Max Heinz spielte auf der Orgel drei Tänze, die von seiner ehemaligen Schülerin, der Toggenburgerin Maja Bösch-Schildknecht, komponiert wurden. «Feierabend», «Geissentanz» und «Besuch aus der Fremde» waren die Titel. Er führte der Zuhörerschaft das enorme musikalische Spektrum der Orgel vor Ohren - beim fröhlichen «Geissentanz» wiegten sich Zuhörer automatisch im Takt.
Ein Weihnachtsfinale
«A Christmas Finale» sollte der Höhepunkt des abwechslungsreichen Musikabends werden. Dies war nicht zu viel versprochen, hatte der Komponist doch alle seine weihnachtlichen Gefühle darin verpackt, wie auf dem abgegebenen Programm zu lesen war. Mit Rhythmen, die an einen Bolero erinnerten, mit weihnachtlichen Harmonien und auch lieblichen Passagen berührte die Brass Band auch tatsächlich die Herzen der Zuschauer, wie dem darauffolgenden Applaus zu entnehmen war.
Präsident Peter Weber dankte allen Beteiligten und entliess die Zuhörer mit der Hoffnung, dass der eine oder andere Akkord, das eine oder andere Wort hangen bleiben möge. Das Publikum forderte mit nicht enden wollendem Applaus eine Zugabe, worauf die Brass Band den stimmungsvollen Abend mit dem ruhigen «Nimrod» ausklingen liess.
Text: Doris Stucki
Bild: Heinz Diener